„Top of the mountain is rented space, not one to dwell on.“ (Jill Ellis)

Hanna Hansen ist eine beeindruckende Frau, ich arbeite mit ihr als Mental Coach. Sie erntet viel Kritik, denn sie geht ihren Weg, der in den Augen vieler doch kein „richtiger Job“ ist. Erst arbeitete sie als internationales Model, allein dafür erntete sie Neid und auch eher Missbilligung, wäre sie CEO, das wäre toll, aber fürs Modelling braucht man ja wohl kein Hirn. Dann wurde sie internationale DJane. Wieder begegnete ihr ein ähnliches Mindset. Doch warum nicht, den Traum leben, der dir Freude macht und Erfolg bringt? Hanna hat viele Follower in den sozialen Medien, sie macht auch ihren Mund auf, wenn sie politisch eine Meinung hat, doch nicht platt und destruktiv, sondern tatsächlich mit mehr Intelligenz als viele Leser es vermutlich mit unbewussten Vorurteilen erwarten. 

Vor einigen Jahren begann sie mit Kickboxen. Und wenn sie etwas macht, dann richtig. Ihre Anlagen waren gut, da sie bereits in ihrer Kindheit Leistungssport betrieben hatte.

Sie wurde fünffache deutsche Kickboxmeisterin und Kickboxweltmeisterin.

Hanna ist eine selbstbewusste Frau, sie ist Mutter von zwei Kindern- mit denen sie alleine lebt und das meistert sie wie viele andere Menschen auf beeindruckende Weise. Doch Hand aufs Herz: ihr Weg ist in den letzten Jahren ein harter gewesen. 

Hanna Hansen hatte viel Erfolg, doch ganz oben angekommen, erlebst du auch Neid und Missgunst… Da sind viele, die dir deinen Erfolg nicht gönnen, ihn klein reden, dich fallen sehen wollen und Dinge über dich behaupten, die unwahr sind und trotzdem sehr verletzen. Jeder starke Mensch hat seine Hürden- auch privat. Die Geburt ihrer zweiten Tochter brachte ihre Kickboxkarriere ins Stoppen. Hinzu kam die Corona Zeit, für Profi-Sportler kein leichtes Leben, wenn alle Boxstudios schließen müssen, bleibt nur die Wohnung und die Natur zum Training. Keine Sparrings möglich. Auch als DJane ist in Corona-Zeiten kein Geld zu verdienen, weil alle Clubs geschlossen sind. Gejammert hat sie öffentlich nie. Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und Menschen finden, die dich unterstützen, an dich glauben. Dein Talent sehen. Das genau war Hannas Glück. Da war der Box-Trainer Mo, der sonst nur Männer trainiert, ihr Talent sah. Als Boxerin nicht als Kickboxerin! Und er bot an sie zu trainieren!

Und so geht Hanna seit wenigen Monaten den steinigen Weg auf einen neuen Berg: sie arbeitet sich in diesen doch ganz anderen Sport ein. Lernt ihre Füße anders zu stellen, die Arme mehr und schneller einzusetzen, und kämpft in Sparrings nicht mit „irgendwelchen“ Gegnerinnen, sondern sie hat die stärksten Frauen als Sparring-Partnerinnen: Olympia-Qualifikantinnen. Da ist Druck selbstverständlich. Und zugleich ist es ein Privileg als „Einsteigerin“ gleich mit diesen starken Frauen trainieren zu dürfen, die übrigens alle sehr fair und sympathisch miteinander umgehen. Da wird nicht gefaucht und gekratzt und da kommt auch keine „auf der Brennsuppen daher geschwommen“ wie es die Bayern sagen würden. Denn auch das ist leider ein blinder Fleck bei vielen Menschen: oft wird davon ausgegangen, dass es Sportlerinnen leichter haben als ihre männlichen Kollegen. Immer wieder hört Hanna solche Sätze. Das kenne ich aus dem Triathlon selbst auch. Wie oft werde ich gefragt: welche Distanz die Frauen beim Ironman machen….? (Antwort: die gleiche). Ob es als Frau nicht viel einfacher war, sich für Weltmeisterschaften zu qualifizieren? (Antwort: nein, denn beim Triathlon ist das über Slots gelöst und Frauen bekommen einfach sehr sehr viel weniger Qualifikationsplätze beim Triathlon als Männer, somit ist das statistisch wieder ausgeglichen). Vorurteile schmerzen. Doch Hanna ist eine Löwin. 

Am Samstag, dem 19.06.2021 wird sie das erste Mal offiziell für Universum Boxpromotion in Hamburg in den Ring steigen. Bild+ überträgt ab 19:30 Uhr.

Für mich ist sie jetzt schon eine Gewinnerin. Denn dass sie den Mut hatte, etwas Neues zu beginnen, den Mut wieder ganz unten anzufangen und doch zu wissen, dass jeder und jede auf dich schaut, weil du ja bereits Erfolg hattest. Das ist der Druck, den sie hat, denn sie aber loslassen darf. Der eigentliche Sieg ist es, sich zuzutrauen, einen neuen Weg zu gehen.

Das weiß jeder Produkt-Innovator und jeder, der führend in einem Thema ist. So ist es auch für Sportler: es geht darum nicht selbstgefällig zu werden – oben auf dem Berg des Erfolgs. Langfristiger Erfolg braucht den Mut, immer wieder neue Berge zu suchen.

Auf Bergspitzen ist die Luft dünn.

Denken Sie nur an die Automobil Industrie und ihre Zulieferer: Sie haben die Herausforderung, sich gerade neu zu erfinden. Alle Zeichen sprechen dafür, doch gerade im Mittelstand trauen sich viele noch nicht, sind Risiko scheu, wollen Bestehendes bewahren, „auf ihrem Berg“ bleiben. Doch wenn wir zu lange stehen bleiben, stagnieren wir. Und wir werden im Können überholt, ohne es zu merken. Genauso wie legendäre Sportmannschaften und Einzelsportler.

Die Spitze des Berges ist gemieteter Raum, nicht einer, auf dem man wohnen kann, so sagte es Jill Ellis, die Trainerin des sehr erfolgreichen US-Frauen Fussball Teams zu Spielerinnen, als sie sich zum ersten Mal trafen, um sich auf die Olympischen Spiele 2016 vorzubereiten – man steht da oben, genießt die Aussicht kurz, doch du kannst nicht aufhören weiter zu klettern. 

Wann immer wir einen Meilenstein erreicht haben, feiern wir einen Erfolg- als Sportler wie als Unternehmer, doch der Berg gehört uns nicht. 

Was zu stetem Erfolg also dazu gehört: Drastische Veränderungen, viele Verluste, jede Menge Kritik und viel Druck.
Und zugleich gibt es in Zeiten der Veränderung wenige, die zu Beginn daran glauben, wenige die den Weg mitgehen. Das bereitet uns Angst, was wenn sich herausstellt, dass die vielen Besorgnisträger und Nein-Sager recht hatten? Was wenn ich doch kein Talent oder keine gute Business-Idee hatte? Es gibt keine Erfolgsberge ohne Täler, keine Höhen ohne Tiefen. 

Und erst wenn wir gewonnen haben, sind wir der Liebling der Szene. Und dann geht das Klettern von Neuem los. Mit diesem Wissen können wir gelassen in eine Herausforderung gehen: wir geben unser Bestes, mit den Besten an unserer Seite, dann haben wir uns nichts vorzuwerfen. 

Hanna, ich bin stolz auf dich! Du bist ein Vorbild für Mut und Kraft. 

Update: Hanna Hansen gewann den Kampf mit Bravour mittels eines technischen Knock-outs, bereits in Runde 2!

Hier finden Sie alle Infos rund um Hannas Boxkampf.

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