Was machen Sie, wenn Ihnen das Ziel vor Augen fehlt?

Das Unternehmen ASICS beauftragte mich, als systemischer Mental Coach ein ganz besonderes Projekt in Salt Lake City/Utah zu begleiten. Im Zuge der Markteinführung eines neuen Laufschuhs (ASICS GlideRide) veranstaltete ASICS ein großes PR-Event in den Salt Flats in Utah: The Eternal Run. In der weißen Salzwüste hatten 25 ausgewählte Personen eine große Challenge vor sich: so lange laufen wie es ihnen möglich ist.  

Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.

Es waren sehr unterschiedliche Menschen am Start: natürlich Journalisten und Influencer, aber auch erfahrene ehemalige und aktive Leistungssportler wie

–      Liz Mc Colgan (Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewann sie die Silbermedaille über 10.000 Meter. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1991 gewann sie die Goldmedaille in der gleichen Disziplin. Mehrfache sehr erfolgreiche Marathonteilnahmen.) 

–      Andrew East (ein NFL Football-Spieler)

–      Wayne Bridge (ein ehemaliger englischer Fußball-Profi)

–      Clayton Young (ein junger amerikanischer Lauf-Profi, der die olympischen Spiele in Tokio anvisiert).

Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.

Die Herausforderung war jedoch für alle gleich, die Läufer sollten während ihres Laufs weder wissen wie lange sie bereits laufen, noch was man ihnen zutraut (gemäß den Leistungstests vorab) – sie hatten also kein Ziel vor Augen! Wenn ich sonst gefragt werde, was der große Unterschied im Coaching zwischen Sportlern und Berufstätigen ist, dann antworte ich meist: der Sportler hat ein klares abgleichbares Ziel vor Augen, in diesem Fall war das zumindest während des Rennens nicht der Fall. Das einzige, was die Läufer zur Orientierung hatten, war die Startrichtung, ein paar Kopfhörer zur Kontaktaufnahme mit dem Organisationsteam und die individuell vorgegebene Pace, die nur zweimal zu niedrig sein durfte. Das Tempo war so gewählt, dass es die individuell längstmögliche Strecke gewährleisten sollte.

Und genau da liegt doch ein Vergleich zum wirtschaftlichen Leben nahe: wie oft wollen wir Kollegen oder Projekt-Mitarbeiter motivieren, ihr Bestmögliches zu geben – unter den Umständen, dass wir das genaue Ziel selbst noch nicht kennen (siehe agile Projekte)? Hierin bestand meine Aufgabe als Coach: die Läufer vorneweg darauf einzustellen, dass es vor allem darum geht, sich selbst immer wieder Unterziele zu setzen und ihnen vorab zu zeigen, wie sie sich mit kleinen Ankern selbst motivieren können. 

Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.

Denn der Kopf ist eigentlich faul, weil er möglichst energiesparend arbeiten will, also möchte er, dass wir aufhören uns zu konzentrieren – ganz egal, ob es ums Laufen oder ums Arbeiten geht. Er tut recht bald sein möglichstes, um uns abzulenken – mit Störgedanken. Darum ging es bei diesem Projekt: mentale Stärke. Nicht den Störgedanken nachgeben. Viele der Läufer beschrieben nach ihrem Lauf beeindruckt die große Einsamkeit in der weißen Wüste. Schon kurz nachdem sie gemeinsam gestartet waren, sahen sie einander nicht mehr in dieser weißen unendlichen Weite. Irgendwie unerklärlich, sagten die meisten, danach. Und damit umso wichtiger, sich in dieser Situation im Vertrauen auf die eigene Leistung selbst zu steuern. 

Es wurde kein Alt-Text für dieses Bild angegeben.

Wenige Minuten vor dem Start lud ich die Läufer dazu ein, mit mir gemeinsam die Powerpose einzunehmen: vielleicht haben Sie gerade Lust bekommen das auch mal vor der nächsten Herausforderung auszuprobieren? So geht’s: Arme oberhalb der Schultern ausbreiten und tief ein- und ausatmen. Das ist im Prinzip, eine Mini-Meditation, seien sie ganz im Moment, spüren Sie Ihre eigene Stärke. Ich bin sicher, das bringt Sie vor Ihrer nächsten Herausforderung (z.B. einer Präsentation vor einer Gruppe) bereits einen großen Schritt nach vorne – hin zu mehr innerer Stärke.

Quellen: Sämtliche Fotos sind von Andy Astfalck.

Ein beeindruckendes Video zum Event finden Sie hier:

https://youtu.be/qH5llPyXlic

6 gute Wege zum Glücklichsein

Tipp 1: Loslassen.

Das Jahr hat gerade mal begonnen und sofort wird gewertet und verglichen: entspricht das alles gerade meiner Erwartungshaltung? Viele leistungsorientierte Menschen neigen dazu, sich permanent „selbst in die Fresse zu hauen“ wie es Sebastian Kienle einmal formulierte. Im Wettkampf hilft das, im Intervall auch, aber wer täglich so mit sich umgeht, wird eher Trainingsweltmeister, zumindest aber unglücklich. Denn diesen Selbstdruck hält keiner über Jahre hinweg aus.
„6 gute Wege zum Glücklichsein“ weiterlesen

A winner is a dreamer who never gave up

Ein kleiner Rückblick auf bewegte Wochen.

Mein Team aus Mutmacherinnen

Gestern, der 14. Dezember 2017 hat mich sehr bewegt, daher will ich kurz davon erzählen.

Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Viele meiner Klienten haben schon einiges in ihrem Leben gemeistert und kommen zu mir, wenn sie an einer Hürde oder mehreren Schwellen stehen, wo das Leben ihnen mal wieder schwere Aufgaben stellt, die sie diesmal nicht mehr alleine meistern können oder wollen. Oft ist es der Job, der dann nicht mehr glücklich macht, doch gleichzeitig laufen dann manchmal viele weitere Themen gar nicht mehr so ab wie erträumt. Da kommen eigene Krankheiten oder schwere familiäre Themen hinzu, das Selbstvertrauen sinkt und meist on top gibts kostenlos dazu auch noch partnerschaftliche Probleme.
„A winner is a dreamer who never gave up“ weiterlesen

Videoblog: Performance Coaching

Ihr Lieben,

gestern habe ich bei Skinfit München die Einladung erhalten zu Performance Coaching zu sprechen. Nachdem ich an selber Stelle bereits zu Motivation und Leistungsdruck gesprochen habe, ging es diesmal um mentale Flexibilität bei Herausforderungen und Hürden. Jede Münze hat zwei Seiten: auf der einen Seite braucht es Willensstärke, auf der anderen Seite die Fähigkeit, den Fokus zu verändern. Hier ein ganz kurzer Einblick.

Danke an die zahlreichen Zuhörer!

Sei doch nicht so empfindsam! Oder doch?

Eine Herzensangelegenheit ist mein aktueller Beitrag in dem Fachmagazin für Sport- und Fitnesstrainer „Leistungslust“ (05/2017, S. 82). Dabei beschäftige ich mich mit dem Thema Hochsensitivität. Das wird im Leistungssport wie im Business Bereich viel zu wenig beachtet.

http://freiwasser.com/publikationen/

Meine Coaching-Erfahrung zeigt mir aber, dass es mehr hochsensitive Personen (HSP) gibt als von vielen angenommen. Am Beispiel von Sylvia Harlander, der ehemaligen Handball-Nationalspielerin und Torhüterin (2x Deutsche Meisterin, 1x Europapokalsiegerin) zeige ich Tipps für die Praxis auf – für Athleten und Trainer. Auch Berufstätige finden hier übertragbare Ansätze. „Sei doch nicht so empfindsam! Oder doch?“ weiterlesen

Wer einen Mental Coach oder Sportpsychologen braucht, ist weich in der Rübe, oder?

Nach einem Interview mit Faris Al Sultan (kurz vor dem IRONMAN Hawaii 2017) wurde mentales Coaching aktuell auf Facebook (Forum Triathleten in Deutschland) diskutiert; es gibt bereits einen Sportpsychologen, der sich diesem Thema ausführlich gewidmet hat (Link).

In der Regel halte ich mich mit Kommentaren zurück, lasse lieber meine Arbeit für mich sprechen. Doch im Sinne meiner Athleten möchte ich mich hier doch kurz einklinken. „Wer einen Mental Coach oder Sportpsychologen braucht, ist weich in der Rübe, oder?“ weiterlesen